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Kompost und Kompostierung: Wie kompostiere ich richtig?

Kompost und Kompostierung: Selbst richtig kompostieren

Die von der Gemeinde gesammelten Bioabfälle werden zu Kompost verarbeitet. Aber wusstest du, dass du auch deinen eigenen Kompost herstellen kannst? Das geht sogar auf deinem Balkon! Wir erklären dir alles zum Kompost, was Kompostierung bedeutet und wie du selbst richtig kompostierst.

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5 Minuten Lesezeit

Was ist Kompostierung?

Kompostierung ist die natürliche Zersetzung von Gemüse-, Obst- und Gartenabfällen. Milliarden von Bakterien und Pilzen wandeln die Abfälle in (Pflanzen)Nahrung um. Bei diesem Vorgang entsteht Wärme, die Keime und Unkrautsamen abtötet. Was übrig bleibt, nennt man Kompost. Kompost ist eine humusähnliche Substanz voller Nährstoffe für Pflanzen und wunderbar geeignet, die Qualität deines Gartenbodens zu verbessern.

Unterschied Eigenkompostierung und Kompostierung durch die Gemeinde

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen der Eigenkompostierung und der Kompostierung von Bioabfällen über die Biotonne der Stadt bzw. Gemeinde. Wenn du selbst kompostierst, dann zumeist im kleineren Maßstab. Die Stadt / Gemeinde hingegen kompostiert riesige Mengen auf einmal, sodass die Temperatur in der riesigen Komposttonne um ein Vielfaches höher ist als in deinem eigenen Kompostbehälter. Die hohe Temperatur tötet fast alle Keime und Samen ab; in deinem kleinen Behälter sind die Überlebenschancen um ein Vielfaches größer. Die Temperatur in einem kleinen Komposthaufen steigt auf 50 bis 60 Grad an, und mindestens 60 Grad sind erforderlich, um Krankheiten und Samen zu beseitigen. Das ist auch der Grund, warum in den Bio-Tonnen der Stadt weit mehr Abfallarten zugelassen sind als bei deinem eigenen Komposthaufen: Das Verfahren ist in großem Maßstab einfach effektiver.

Darüber hinaus ist noch ein wichtiger Aspekt zu berücksichtigen: Für den Kompostierungsprozess wird Sauerstoff benötigt. Wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist, entstehen Methan oder Lachgas. Dies sind schädliche Treibhausgase! Wenn du selbst kompostieren möchtest, informiere dich gut wie du es richtig machst. Unser Blog kann dir sicherlich dabei helfen. Ansonsten wäre es besser, den Abfall in der Bio-Tonne abholen zu lassen. Der Vorteil des selbst Kompostierens ist natürlich, dass du nicht extra für die Abholung sammelst sondern kostenlos deinen eigenen Dünger bzw. Bodenverbesserer herstellst.

Was bewirkt Kompost in deinem Garten?

Kompost hilft dem Boden, die Feuchtigkeit besser zu speichern, er regt das Bodenleben an und Düngemittel wirken besser. Eigentlich solltest du deinem Boden jedes Jahr eine ordentliche Schicht Kompost gönnen, um ihn gesund und nährstoffreich zu erhalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Boden ausgelaugt wird, vor allem, wenn du anfallende Gartenabfälle immer aufräumst und nicht im Boden zurücklässt, wo sie sich zersetzen. Beim Anlegen eines neuen Gartens oder Rasens empfehlen wir immer, dem vorhandenen Boden eine große Menge Kompost beizumischen. Auf diese Weise kannst du die tieferen Schichten erreichen, was sich positiv auf die Drainage, den Sauerstoffgehalt und die gesamte Bodenstruktur auswirkt.

Was solltest du wissen, bevor du mit der Eigenkompostierung beginnst?

Bevor du deinen eigenen Komposthaufen bzw. Kompostbehälter anlegst, solltest du ein paar Dinge wissen.

  1. Kompost stinkt nicht, er riecht nach Waldboden. Stinkt er? Dann ist vielleicht etwas im Bioabfall und danach auf dem Kompost gelandet, was da nicht hingehört!
  2. Geh nicht davon aus, dass du die Bio-Tonne nicht mehr brauchst, wenn du deinen eigenen Kompost herstellst. Du brauchst nämlich den richtigen Bio-Abfall für das Kompostieren, damit alles gut funktioniert. Darüber hinaus bleibt genug Abfall übrig, den du nicht zur Eigenkompostierung verwenden kannst. Denke daran: Falsche Kompostierung schadet mehr als das sie nützt!
  3. Lege einen Komposthaufen mindestens 5 Meter von natürlichen Gewässern, wie z. B. Wassergräben, entfernt an, damit du das Oberflächenwasser nicht mit Dünger aus deinem Kompostbehälter verschmutzt.
  4. Wähle eine Komposttonne oder ein Kompostierungssystem, das zu deiner Situation und deinen Platzmöglichkeiten passt, und halte dich an die Richtlinien, was dort hinein darf und was nicht.
  5. Beobachte deine Komposttonne gut und achte darauf, dass genügend Luft, Feuchtigkeit und Vielfalt von Abfall in die Komposttonne kommt.

Arten von Kompostbehältern

Welcher Kompostbehälter ist der richtige für dich? Im Allgemeinen gilt: Je "offener" deine Komposttonne ist, desto weniger Abfallarten sollte sie enthalten. Wir stellen dir die verschiedenen Kompostsysteme vor, von groß bis klein.

Komposthaufen oder Kompostbehälter: Warm kompostieren

Hast du einen großen Garten? Dann kannst du dich für einen Komposthaufen oder eine offene Komposttonne entscheiden. Das ist die schnellste Art der Kompostierung, da du hier warm kompostierst. Es ist sinnvoll, zunächst Fliesen auf der Fläche des zukünftigen Komposthaufens zu verlegen, damit du weisst, wo der Komposthaufen aufhört und wo der Gartenboden beginnt. Grenze es aber nicht zu sehr ab, da die Bodenorganismen schon noch zum Komposthaufen kommen müssen. Ein guter Komposthaufen beginnt mit einem großen Haufen an Bioabfall. Der Haufen sollte mindestens 1,5 m lang, breit und hoch sein. Du kannst den Komposthaufen auch mit Holz, Maschendraht oder Weidenzweigen begrenzen. Dann legst du eine offene Komposttonne an. Wenn du die richtige Abfallmischung hast, sorgen Bakterien und Pilze für Wärme und kompostieren den Abfall. Der Kompostierungsprozess führt dazu, dass der ursprüngliche Haufen deutlich einsinkt.

Komposttonne oder geschlossener Kompostbehälter: Kaltkompostierung

Hast du weniger Platz in deinem Garten, einen kleinen Garten oder möchtest du auf deinem Balkon kompostieren? Wähle dann eine geschlossene Komposttonne. Du kannst sie einfach in eine Ecke deines Gartens stellen, und schon bist du fertig! In einer Komposttonne kompostierst du "kalt", die Wärme steigt darin nicht auf. Keime und Samen werden nicht abgetötet und deshalb muss du vorsichtiger mit dem sein, was dort hineinkommt. Wir kommen später darauf zurück.

Kleine Komposttonne oder Kompostiertrommel

Kompostierung geht auch ganz klein! Die Mindestgröße einer Komposttonne beträgt eigentlich 1 m3. Nur dann ist genug Platz, dass alle Zersetzungsprozesse richtig funktionieren. Kleinere Komposttonnen sind zwar möglich, aber bedenke, dass es auf diese Weise schwieriger ist, guten Kompost herzustellen. Du musst dann noch mehr darauf achten, was du in die Komposttonne gibst und dass das Verhältnis zischen allen Komponenten stimmt.

Wurmkompostierung

Eine kleine Kompostierungsmethode, die gut funktioniert, ist eine Wurmkiste! In einer Wurmkiste sorgen die Würmer für die Umwandlung der Abfälle. Sie ist ideal für kleinere Stadtgärten oder den Balkon. Ein Wurmbehälter wird auch als Wurmhotel bezeichnet. Hier kannst du keine normalen Regenwürmer ansiedeln, sondern du brauchst Kompostwürmer (Mistwürmer). In einer Wurmkiste wird jede Abfallschicht mit einem Stück zerrissener Pappe abgedeckt, ansonsten gelten die gleichen Regeln wie bei einer geschlossenen Komposttonne. Schneide die Abfälle in kleine Stücke und verwende keine Zitrusfrüchte, Pepperoni und Knoblauch. Das mögen die Würmer gar nicht. Achte auch darauf, dass es in der Wurmkiste weder zu heiß noch zu kalt wird. Die Würmer arbeiten am besten zwischen 15 und 20 Grad Celsius, also im Winter in der Sonne und im Sommer im Schatten! Die Wurmkiste ist im Winter nicht so effektiv, wenn sie draußen steht, aber die Würmer überleben einen milden Winter. Sehr praktisch: Die Feuchtigkeit aus dem Wurmeimer ist ein idealer Dünger für Zimmerpflanzen! Verdünnt mit Wasser bekommen deine Pflanzen einen extra Gesundheits- und Energieschub.

Pflege der Komposttonne

Damit dein Kompostbehälter ordnungsgemäß funktioniert und die Bildung von Treibhausgasen verhindert wird, ist es wichtig, den Kompostierungsprozess regelmäßig zu kontrollieren.

Umsetzen für Sauerstoff

Wie bereits erwähnt, muss genügend Sauerstoff vorhanden sein, damit der Kompost auf die richtige Art und Weise entsteht. Ein offener Komposthaufen sollte daher regelmäßig buchstäblich auf den Kopf gestellt werden. Dies wird als "Umsetzen" bezeichnet. In den ersten Tagen eines Komposthaufens steigt die Temperatur auf ein Maximum von etwa 65 Grad. Wenn die Temperatur wieder sinkt (das musst du messen!), ist es an der Zeit, den Kompost umzusetzen. Die Temperatur wird dann wieder ansteigen. Wiederhole dies so lange, bis die Temperatur nicht mehr über 50 Grad steigt. Dann lässt du den Kompost eine Zeit lang reifen. Er ist fertig, wenn die Temperatur nicht mehr ansteigt. Durch das Umsetzen wird der Kompostierungsprozess beschleunigt und werden Treibhausgase vermieden. In einem halboffenen oder geschlossenen System ist dies nicht möglich, deshalb musst du extra darauf achten, was du in den Behälter gibst.

Eine ausgewogene Mischung

Ein Komposthaufen sollte aus einer Vielzahl von Abfällen bestehen, und das gilt auch für den Inhalt deiner Komposttonne. Ein guter Komposthaufen oder -behälter besteht aus mehreren Schichten unterschiedlichen Materials. Achte beim Thema Vielfalt auf die folgenden Merkmale:

Feuchtigkeit

Feuchtes und trockenes Material muss im Gleichgewicht sein.

Festigkeit

Feste und weiche Stoffe müssen sich die Waage halten.

Grobkörnigkeit

Feines Material muss mit groben Bestandteilen abgewechselt werden.

Kohlenstoff / Stickstoff

Einige Arten von Gartenabfällen wie Sägemehl, Holz, Stroh und Laub enthalten viel Kohlenstoff. Andere Materialien wie Gras, Dung und Pflanzenreste, enthalten viel Stickstoff. Dies muss ausgewogen sein.

Hast du auf einmal viel Bio-Abfall der gleichen Art? Dann lege zuerst einen Teil davon beiseite, bis du eine Schicht von etwas anderem zur Abwechslung hast!

Garantierte Feuchtigkeit

Ein Kompostbehälter sollte feucht, aber nicht zu nass sein. Auf der einen Seite benötigen die Kleinstlebewesen ausreichend Wasser, um überhaupt aktiv zu sein. Andererseits darf das Rottegut nicht zu feucht werden, da sonst Luft fehlt und die Kompostmasse faulen könnte. Als Faustregel gilt: Der Kompost sollte nicht nässer sein als ein ausgedrückter Schwamm. Am besten ist es, die Komposttonne an einem halbschattigen Ort aufzustellen, zum Beispiel unter einem Baum oder einem Dach: weder im strömenden Regen noch in der prallen Sonne.

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Nicht alles, was du in die Komposttonne der Gemeinde gibst, kann auch in deiner eigenen Kompostherstellung verwendet werden. Wie bereits erwähnt, sind die Proportionen sehr wichtig. Auf den Websites der Städte und Gemeinden findest du ausführlcihe Informationen dazu, was du in deiner Biotonne entsorgen kannst. Wir fassen das hier kurz für dich zusammen!

Gemüseabfall

An und für sich kannst du alle rohen pflanzlichen Abfälle wie Schalen, Blätter und Strünke in deine Komposttonne geben. Kartoffelschalen sollten wegen der Pestizide nicht öfter als einmal pro Woche in deiner Komposttonne landen, es sei denn es handelt sich um Bio-Kartoffeln. Kein gekochtes Gemüse, keine salzigen Produkte (dazu gehört auch Brot) oder fettige und ölige Produkte. Kein Fleisch, Fisch, Knochen: Das kompostiert schlecht und zieht Ungeziefer wie beispielsweise Ratten an. Das alles ist aber in der Bio-Tonne der Stadt / Gemeinde erlaubt! Eierschalen können für die eigene Kompostherstellung benutzt werden, ebenso wie Nüsse, Samen und deren Schalen. Keine Kaffeepads oder Teebeutel (diese enthalten oft Plastik und dürfen auch nicht in die kommunale Mülltonne), aber du kannst Kaffeesatz, Kaffeefilter und lose Teeblätter verwenden.

Obstabfall

Gib Schalen von Zitrusfrüchten nicht öfter als einmal pro Woche in deinen eigen Kompostbehälter (wegen der Pestizide), aber diese können in die Biotonne der Stadt / Gemeinde. Die Schalen von Bio-Zitrusfrüchten hingegen sind erlaubt! Alle anderen Obstschalen sind ebenfalls erlaubt, entferne gegebenenfalls nur den (Plastik-)Aufkleber. Kerngehäuse und Kerne können auch in die Komposttonne gegeben werden.

Gartenabfall

Mische Gartenabfälle immer gut durch und gib sie in kleinen Mengen zum Komposthaufen, da sie recht trocken sind. Das betrifft vor allem Blätter und Gras. Fein gehacktes Holz und Äste (je gröber, umso länger dauert die Kompostierung) können ebenfalls hinzugefügt werden. Das sind oft die Dinge, die ein wenig mehr Struktur bieten. Unkraut und kranke Pflanzen sind besser in der Biotonne aufgehoben, die abgeholt wird. Dort werden die Keime und Samen besser abgetötet.

Sonstiges

Bitte nicht zur Eigenkompostierung verwenden: Holzkohle, Käse und Käserinden, Milchprodukte, Katzenstreu, Papier, Zigarettenasche und Zigarettenstummel sowie Exkremente von Fleischfressern (z.B. Hunden und Katzen). Das alles darf auch nicht in die Biotonne! Schnittblumen (in Verbindung mit Pestiziden) nicht öfter als einmal pro Woche.

Für die Herstellung eigenen Komposts verwendet werden darf: Kot von Pflanzenfressern (z.B. Kaninchen und Meerschweinchen). Stroh und Sägemehl nicht mehr als einmal pro Woche und gut mischen, da es sehr trocken ist.

Bist du dir nicht sicher, ob etwas für deine eigene Kompostierung verwendet darf oder nicht? Im Zweifelsfall lieber weglassen und anhand der Infos rund um die städtischen Biotonnen prüfen, ob es dann dort entsorgt werden darf.

Wie lange dauert die Kompostierung?

Der Kompostierungsprozess dauert zwischen einigen Monaten und fast einem Jahr, je nach den Bedingungen in deiner Komposttonne bzw. deinem Komposthaufen. Du kannst den Prozess beschleunigen, indem du Kompostbeschleuniger verwendest.

Kompostieren oder mulchen?

Mulchen ist eine weitere Möglichkeit, deine Gartenabfälle wiederzuverwenden und sie in Nährstoffe für deine Pflanzen umzuwandeln. Mulchen hat nicht nur den Vorteil, dass es den Boden fruchtbar macht, sondern auch, dass es den Boden schützt. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Wenn du zu viele Gartenabfälle hast, um sie alle als Mulch zu verwenden, ist die Biotonne sehr nützlich. Besonders im Herbst solltest du lieber mulchen und nicht kompostieren. Mulchen ist eines der besten Dinge, die du im Winter für deinen Garten tun kannst! Du kannst auch halbfertigen Kompost, der 3 oder 4 Monate alt ist, als Mulch verwenden.

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